Laubbäume

Ulme: Arten, Bestimmung, Vorkommen in Tschechien und Pflanzung

Wissenschaftlicher Name: Ulmus

Die Ulme (Ulmus) ist ein Laubbaum aus der Familie der Ulmengewächse, erkennbar an der asymmetrischen Blattbasis und den rundlichen geflügelten Früchten. In Tschechien sind drei Arten heimisch – Berg-, Feld- und Flatterulme –, die seit dem 20. Jahrhundert stark unter dem Ulmensterben leiden.

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Dieser Artikel wurde aus dem Tschechischen übersetzt. Čeština

Die Ulme (Ulmus) ist eine Gattung sommergrüner Laubbäume aus der Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae), verbreitet in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel. Am leichtesten erkennen Sie sie an der asymmetrischen Blattbasis und den kleinen, rundlichen geflügelten Nüsschen, die bereits im Frühjahr reifen. In Tschechien sind drei Arten heimisch – Bergulme, Feldulme und Flatterulme –, die alle zu den wichtigen Gehölzen der Auen- sowie Schlucht- und Hangschuttwälder gehören, seit dem 20. Jahrhundert jedoch durch eine Pilzkrankheit, das Ulmensterben, stark geschwächt wurden.

Die Ulme auf einen Blick

Wissenschaftlicher NameUlmus L.
FamilieUlmengewächse (Ulmaceae), Ordnung Rosenartige (Rosales)
Anzahl der Artenetwa 30–40 Arten, zahlreiche Hybriden
Höhemeist 20–35 m, ausnahmsweise bis etwa 40 m
Alterüblicherweise 200–400 Jahre, vereinzelt auch mehr
Blätterwechselständig, einfach, doppelt gesägt, mit asymmetrischer Basis
Blütezeitzeitig im Frühjahr (März–April), vor dem Laubaustrieb; windbestäubt
Fruchtrundliches geflügeltes Nüsschen, reift im Mai bis Juni
Vorkommen in TschechienAuenwälder, Hangschutt- und Schluchtwälder, Flussufer, Parks und Alleen
Schutzstatusnicht gesetzlich geschützt, die Bestände sind jedoch durch das Ulmensterben stark geschwächt

Wie erkennt man die Ulme?

Ulmen gehören zu den Laubbäumen, die sich mit etwas Übung zu jeder Jahreszeit bestimmen lassen. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Blätter sind wechselständig, einfach, elliptisch bis verkehrt eiförmig, mit doppelt gesägtem Rand (große Zähne tragen noch feinere Zähnchen). Das typischste Merkmal ist die asymmetrische Blattbasis: Eine Blatthälfte setzt tiefer am Stiel an als die andere. Die Nervatur ist fiederig, mit parallelen Seitennerven.
  • Blüten sind klein, zwittrig und unscheinbar, in Büscheln an den vorjährigen Zweigen. Sie erscheinen vor dem Laub, sodass die Krone im Frühjahr violett bis bräunlich wirkt.
  • Früchte sind flache, rundliche bis ovale geflügelte Nüsschen mit dem Samen in der Mitte oder näher an der oberen Einkerbung. Sie reifen bereits Ende des Frühjahrs und werden vom Wind in großen Mengen verbreitet.
  • Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und graubraun, später längsrissig. Manche Formen der Feldulme tragen an den Zweigen auffällige Korkleisten.
  • Knospen sind dunkel, eiförmig und zweizeilig wechselständig angeordnet, was den Zweigen ein typisches, an eine Fischgräte erinnerndes Aussehen verleiht.

An der asymmetrischen Blattbasis lässt sich die Ulme zuverlässig von der Hainbuche unterscheiden, mit der sie oft verwechselt wird. Die Hainbuche hat symmetrische Blätter und Nüsschen mit einem dreilappigen Hochblatt.

Ulmenarten in Tschechien

Der ursprüngliche Artikel nannte ältere bzw. falsche Namen. Nach heutiger Nomenklatur sind bei uns folgende drei Arten heimisch:

Bergulme (Ulmus glabra)

Früher auch als Raue Ulme bezeichnet (Synonym Ulmus scabra). Sie hat die größten Blätter aller heimischen Arten, meist 8–16 cm lang, oberseits rau wie Schleifpapier und sehr kurz gestielt. An der Spitze finden sich oft drei kurze Zipfel. Der Same liegt in der Mitte des Flügels. Sie wird bis zu 30–40 m hoch und bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden im Vorgebirge und Hügelland, typischerweise in Schlucht- und Hangschuttwäldern zusammen mit Berg-Ahorn, Esche und Linde.

Feldulme (Ulmus minor)

In älterer Literatur als Ulmus carpinifolia geführt, auch Rüster genannt. Die Blätter sind kleiner (etwa 4–10 cm), oberseits glatt und glänzend, mit deutlich asymmetrischer Basis. Der Same ist zur oberen Einkerbung des Flügels verschoben. Es handelt sich um eine wärmeliebende Art des Tieflands, die in Auenwäldern, an Auenrändern, in Hainen und Gebüschen wärmerer Regionen wächst, vor allem in Südmähren und im Elbtal (Polabí). Sie vermehrt sich häufig über Wurzelausläufer und bildet auch strauchartige Bestände.

Flatterulme (Ulmus laevis)

Ein typischer Baum der Auenwälder großer Flüsse, der lang anhaltende Überflutungen verträgt. Sie ist an den lang gestielten Blüten und Früchten zu erkennen, die an dünnen Stielen hängen, sowie am bewimperten Flügelrand der Nüsschen. Die Blätter sind an der Basis stark asymmetrisch. Ältere Bäume bilden am Stammfuß Brettwurzeln und am Stamm zahlreiche Wasserreiser. Die Flatterulme ist gegenüber dem Ulmensterben etwas widerstandsfähiger als die beiden anderen Arten, da die krankheitsübertragenden Borkenkäfer ihre Rinde wenig aufsuchen.

Nicht heimische Ulmen und Hybriden

  • Sibirische Ulme (Ulmus pumila): kleinblättrige Art aus Ostasien, gepflanzt in Windschutzstreifen und an Wegen. Sie ist trocken- und ulmensterbenresistent und verwildert stellenweise.
  • Holländische Ulme (Ulmus × hollandica): Hybride aus Berg- und Feldulme, die auch spontan in der Natur entsteht. Hierzu gehören zahlreiche Parksorten.

Die Bestimmung im Gelände wird durch die leichte Kreuzbarkeit erschwert, daher sollten mehrere Merkmale gleichzeitig beurteilt werden: Größe und Rauheit der Blätter, Länge des Blattstiels, Blütenstiele und Lage des Samens im Flügel.

MerkmalBergulmeFeldulmeFlatterulme
Blattlänge8–16 cm4–10 cm6–12 cm
Blattoberflächerauglatt, glänzendglatt bis leicht rau
Blüten- und Fruchtstielkurzkurzlang, Früchte hängend
Same im Flügelmittigan der oberen Einkerbungmittig, Flügel bewimpert
Typischer StandortHangschuttwälder, Vorgebirgewarmes Tiefland, Auenüberflutete Auen

Verbreitung und Ökologie der Ulmen

Die Gattung Ulmus ist in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet und reicht bis in die Gebirge Mittelamerikas. Die größte Artenvielfalt besteht in Ostasien. In Tschechien bildeten Ulmen nie Reinbestände, waren aber eine wichtige Beimischung der Auenwälder (Flatter- und Feldulme) und der Hangschuttwälder (Bergulme). In Auenwäldern wachsen sie gemeinsam mit Stieleiche, Esche, Pappeln und Weiden.

Ulmen lieben tiefgründige, feuchte und nährstoffreiche Böden. Von ihren Blättern ernähren sich Dutzende Insektenarten, etwa der seltene Ulmen-Zipfelfalter, dessen Raupen eng an Ulmen gebunden sind. Die frühen Blüten sind eine zeitige Pollenquelle, die Samen eine beliebte Vogelnahrung.

Das Ulmensterben: eine Krankheit, die Landschaften veränderte

Das Ulmensterben (Holländische Ulmenkrankheit) ist eine Gefäßkrankheit, verursacht durch die Pilze Ophiostoma ulmi und die aggressivere Ophiostoma novo-ulmi. Die Sporen werden von Ulmensplintkäfern (Gattung Scolytus) übertragen, kleinen Borkenkäfern, die sich unter der Rinde geschwächter Ulmen entwickeln. Der Pilz verstopft die Leitgefäße, der Baum welkt und stirbt meist innerhalb einer bis mehrerer Saisons ab. Erstes Anzeichen ist plötzliches Vergilben und Welken der Blätter in einem Teil der Krone; im Anschnitt der Äste zeigen sich braune Punkte oder Ringe im jungen Holz.

Die erste Epidemiewelle erfasste Europa in den 1920er-Jahren, die zweite, weitaus verheerendere ab den 1960er- und 1970er-Jahren. Hunderttausende große Ulmen verschwanden aus Alleen, Parks und Wäldern. Ausgestorben sind Ulmen jedoch nicht: Dank ihres Ausschlagvermögens überleben sie als jüngere Bäume und Sträucher, die oft absterben, sobald ihr Stamm eine für die Splintkäfer geeignete Stärke erreicht.

Holz und Verwendung

Ulmenholz, auch Rüster genannt, ist hart, fest, zäh und schwer spaltbar, mit ausgeprägter Maserung und braunem Kernholz. Unter Wasser ist es außerordentlich dauerhaft. Daher wurde es früher verwendet für:

  • Furniere und Möbel, vor allem wegen der dekorativen Maserung,
  • Wasserbauten, Mühlräder, Pfähle und hölzerne Wasserleitungsrohre,
  • Stellmacherarbeiten, vor allem Radnaben, da das Holz nicht aufspaltet,
  • Schiffbau, Parkett, Drechsel- und Schnitzarbeiten.

Ulmenlaub diente als nahrhaftes Viehfutter, der Bast zur Herstellung von Seilen und Matten. Wegen des Ulmensterbens ist hochwertiges Ulmenholz heute selten und begehrt.

Ulmen im Garten pflanzen

Ulmen sind anspruchslos, schnittverträglich und stadtklimafest, wachsen schnell und treiben gut wieder aus. Hauptrisiko ist das Ulmensterben, deshalb empfehlen sich für Gärten und Städte resistente Sorten.

Standort und Boden

  • Licht: Sonne bis Halbschatten; die Bergulme verträgt auch mehr Schatten.
  • Boden: tiefgründig, nährstoffreich, frisch; die Flatterulme verträgt auch zeitweise überflutete Standorte, Feld- und Sibirische Ulme auch trockenere Böden.
  • Platz: Ausgewachsene Bäume brauchen viel Raum, für kleinere Gärten eignen sich Zwerg- oder Hängeformen.

Pflanzung und Pflege

Wurzelnackte Bäumchen werden während der Vegetationsruhe im Herbst oder zeitig im Frühjahr gepflanzt, Containerware jederzeit außer bei Frost und großer Trockenheit. In den ersten zwei bis drei Jahren regelmäßig gießen und mulchen. Schneiden Sie am besten im Spätsommer oder Winter, niemals im Frühjahr zur Flugzeit der Splintkäfer, da frische Wunden sie anlocken.

Geeignete Sorten

  • Ulmus glabra 'Camperdownii': Hängeulme mit schirmförmiger Krone, beliebt in Parks.
  • Ulmus × hollandica 'Wredei': kleinerer Baum mit goldgelben, krausen Blättern.
  • Resistente Sorten wie 'Lobel', 'New Horizon' oder die 'Resista'-Serie, unter Beteiligung asiatischer Arten für Alleepflanzungen gezüchtet.

Krankheiten und Schädlinge

Neben dem Ulmensterben befallen Ulmen gallenbildende Blattläuse (zum Beispiel Tetraneura ulmi und Eriosoma), Splintkäfer und blattfressende Käfer wie der Ulmenblattkäfer. Baumteile mit Symptomen des Ulmensterbens müssen rechtzeitig entfernt und das Holz verbrannt oder entrindet werden, damit es nicht zur Brutstätte der Splintkäfer wird.

Wissenswertes und kulturelle Bedeutung

  • Im antiken Rom dienten Ulmen als lebende Stützen für Weinreben. Die „Vermählung von Ulme und Rebe“ wurde zu einem häufigen Motiv in Dichtung und bildender Kunst.
  • In Homers Ilias pflanzten Nymphen Ulmen um das Grab von König Eetion; in der griechischen Mythologie wurde die Ulme mit Trauer und Unterwelt verbunden.
  • Ulmen bildeten das Rückgrat historischer Alleen in Europa und Nordamerika, bevor das Ulmensterben sie dezimierte. Heute werden sie in Alleen vor allem durch Linden und Ahorne ersetzt.
  • Die tschechische Stadt Jilemnice oder der Familienname Jílek gehen auf das tschechische Wort für Ulme (jilm) zurück und belegen, wie verbreitet sie in der Landschaft waren.
  • Viele alte Ulmen sind als Naturdenkmäler ausgewiesen; sie gehören zu den wertvollsten Resten der ursprünglichen Bestände.

Fazit

Die Ulme ist ein stattlicher Laubbaum mit asymmetrischen Blättern und rundlichen geflügelten Früchten. In Tschechien heimisch sind Bergulme (Ulmus glabra), Feldulme (Ulmus minor) und Flatterulme (Ulmus laevis), ergänzt durch die nicht heimische Sibirische Ulme und Hybriden. Ihr zähes Holz wurde im Wasserbau, in der Stellmacherei und im Möbelbau geschätzt. Obwohl das Ulmensterben die meisten großen Bäume aus der Landschaft verdrängt hat, überleben Ulmen dank ihres Ausschlagvermögens, und resistente Sorten bringen sie in Parks und Alleen zurück.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich die Ulme von Hainbuche oder Buche?

Die Ulme hat Blätter mit deutlich asymmetrischer Basis und doppelt gesägtem Rand, Hainbuche und Buche dagegen eine symmetrische Blattbasis. Zudem trägt die Ulme rundliche geflügelte Nüsschen, die bereits Ende des Frühjahrs reifen.

Welche Ulmenarten wachsen in Tschechien?

Heimisch sind Bergulme (Ulmus glabra), Feldulme (Ulmus minor) und Flatterulme (Ulmus laevis). Gepflanzt werden außerdem die nicht heimische Sibirische Ulme und die Hybride Holländische Ulme.

Was ist das Ulmensterben?

Das Ulmensterben ist eine Gefäßkrankheit, verursacht durch die Pilze Ophiostoma ulmi und O. novo-ulmi, die von Ulmensplintkäfern übertragen werden. Es verstopft die Leitgefäße des Baumes, der daraufhin welkt und meist abstirbt.

Ist die Ulme in Tschechien geschützt?

Ulmen gehören nicht zu den gesetzlich besonders geschützten Arten, ihre Bestände sind jedoch durch das Ulmensterben stark geschwächt. Zahlreiche alte Ulmen sind als Naturdenkmäler ausgewiesen.

Wofür wird Ulmenholz verwendet?

Das harte und zähe Rüsterholz wird für Furniere, Möbel, Parkett und Drechselarbeiten genutzt. Früher diente es auch für Wasserbauten, Wasserleitungsrohre und Radnaben, da es unter Wasser sehr dauerhaft ist.

Welche Ulme eignet sich für den Garten?

Für kleinere Gärten eignen sich die Hängeulme 'Camperdownii' oder die gelblaubige 'Wredei'. Für Alleen und größere Flächen empfehlen sich gegen das Ulmensterben resistente Sorten wie 'Lobel' oder die 'Resista'-Serie.

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