Nadelbäume

Kiefer (Pinus): Arten, Bestimmung, Vorkommen in Tschechien und Anbau

Wissenschaftlicher Name: Pinus

Die Kiefer (Pinus) ist eine Gattung lichtliebender Nadelbäume aus der Familie der Kieferngewächse mit etwa 110–120 Arten, erkennbar an Nadeln in Büscheln zu zwei bis fünf. In Tschechien heimisch sind Wald-Kiefer, Latsche und Moor-Kiefer. Die Wald-Kiefer ist nach der Fichte die zweithäufigste Waldbaumart des Landes.

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Dieser Artikel wurde aus dem Tschechischen übersetzt. Čeština

Die Kiefer (Pinus) ist eine Gattung von Nadelbäumen und Sträuchern aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae), die rund 110–120 Arten umfasst und fast ausschließlich auf der Nordhalbkugel verbreitet ist. Am besten erkennt man Kiefern an ihren Nadeln, die in Büscheln wachsen (meist zu zweit, dritt oder fünft). In Tschechien sind drei Arten heimisch: die Wald-Kiefer, die Latsche (Berg-Kiefer) und die Moor-Kiefer. Die Wald-Kiefer ist nach der Fichte die zweitwichtigste Waldbaumart und wächst dort, wo andere Bäume nur kümmern würden.

Die Kiefer im Überblick

Wissenschaftlicher NamePinus L.
FamilieKieferngewächse (Pinaceae), Ordnung Kiefernartige (Pinales)
Höhevon niederliegenden Sträuchern (Latsche 1–3 m) bis zu 30–40 m hohen Bäumen (Wald-Kiefer). Die höchste Kiefer der Welt, die Zucker-Kiefer, wird über 70 m hoch.
AlterWald-Kiefer meist 150–300 Jahre, ausnahmsweise über 700 Jahre. Die Langlebige Kiefer (Pinus longaeva) erreicht bis zu etwa 4 800 Jahre.
Nadelnin Büscheln zu 2–5 (selten einzeln oder bis zu 8), etwa 2–45 cm lang, bleiben 2–6 Jahre am Baum
BlüteMai–Juni, einhäusig mit getrennten männlichen und weiblichen Zapfen, Windbestäubung
Fruchtverholzter Zapfen, reift bei den meisten Arten in 2 Jahren (bei einigen in 3)
Vorkommen in TschechienSandböden, Felsen, Moore, Hochlagen oberhalb der Waldgrenze. Kiefern nehmen etwa 16 % der Waldfläche ein.
SchutzDie Wald-Kiefer ist nicht geschützt; Moor-Kiefer und ursprüngliche Latschenbestände wachsen überwiegend in Schutzgebieten und sind selten

So erkennen Sie eine Kiefer

Unter den übrigen Nadelbäumen ist die Kiefer dank der Anordnung ihrer Nadeln unverwechselbar. Fichte und Tanne tragen Einzelnadeln, die Lärche dichte Büschel zu 20–40 Nadeln, die sie im Winter abwirft. Die Kiefer hat ihre Nadeln in kleinen Büscheln, die an der Basis von einer häutigen Scheide umhüllt sind.

  • Die Zahl der Nadeln pro Büschel ist das wichtigste Bestimmungsmerkmal. Zweinadelig sind etwa Wald-Kiefer, Latsche und Schwarz-Kiefer. Dreinadelig sind Gelb-Kiefer und Pech-Kiefer. Fünfnadelig sind Weymouth-Kiefer und Zirbe.
  • Die Zapfen hängen oder stehen ab, haben harte, verholzte Schuppen mit verdicktem Ende (Apophyse) und fallen als Ganzes ab. Bei der Tanne zerfallen die Zapfen dagegen direkt am Zweig.
  • Die Rinde ist bei älteren Bäumen tief gefurcht. Die Wald-Kiefer hat im oberen Stammbereich die typische orange-rostrote, dünn abblätternde Borke.
  • Die Krone junger Bäume ist meist kegelförmig, im Alter wird sie breiter und oft schirmförmig oder unregelmäßig.

Blüte und Zapfenreife

Kiefern sind einhäusig. An einem Baum finden sich gelbe männliche Blütenzapfen, gehäuft an der Basis der Jahrestriebe, und kleine rotviolette weibliche Zapfen an deren Spitzen. Bei der Blüte im Mai und Juni wird so viel Pollen freigesetzt, dass Pfützen und Autos davon bedeckt sind – im Volksmund spricht man vom „Schwefelregen“. Nach der Bestäubung entwickelt sich der weibliche Zapfen etwa zwei Jahre lang. Bei der Wald-Kiefer reift der Zapfen im Herbst des zweiten Jahres, und die geflügelten Samen fallen erst im Frühjahr des dritten Jahres heraus. Bei manchen Arten, etwa der Pinie, dauert die Reife drei Jahre.

Kiefern in Tschechien

Heimische Arten

Die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) ist ein meist 25–35 m, ausnahmsweise über 40 m hoher Baum. Sie trägt paarweise blaugrüne, leicht gedrehte Nadeln von 3–7 cm Länge und 3–7 cm lange Zapfen. Gut zu erkennen ist sie an der orangefarbenen Rinde im oberen Stammbereich. Sie wächst vom Tiefland bis ins Gebirge und gedeiht am besten auf nährstoffarmen Sandböden, Felsen und Mooren. Sie ist die häufigste Kiefer Tschechiens.

Die Latsche oder Berg-Kiefer (Pinus mugo) ist ein mehrstämmiger Strauch mit niederliegenden Ästen, meist 1–3 m hoch. Die Nadeln stehen paarweise, sind dunkelgrün und 3–8 cm lang. Heimisch ist sie in den höchsten Lagen des Riesengebirges (Krkonoše) und des Böhmerwalds (Šumava), wo sie oberhalb der Waldgrenze geschlossene Bestände bildet. Andernorts, etwa im Altvatergebirge (Hrubý Jeseník), wurde sie früher angepflanzt und verdrängt dort heute wertvolle alpine Freiflächen.

Die Moor-Kiefer (Pinus uliginosa, syn. P. rotundata) wächst als einstämmiger, bis etwa 20 m hoher Baum oder als Strauch. Sie ist an Moore gebunden, etwa im Gebiet um Třeboň (Wittingau), im Böhmerwald, im Erzgebirge (Krušné hory) und im Kaiserwald (Slavkovský les). Taxonomisch gehört sie in den Formenkreis von Latsche und Haken-Kiefer (P. uncinata). Ihre Einordnung ist unter Botanikern bis heute umstritten; je nach Quelle wird sie als eigene Art oder als Unterart geführt. Wo Latsche und Moor-Kiefer aufeinandertreffen, entstehen Hybriden, die als Pinus ×pseudopumilio bezeichnet werden.

Nicht heimische Kiefern in Wäldern, Parks und Gärten

Die Zirbe oder Zirbelkiefer (Pinus cembra) ist in Tschechien nicht heimisch. Natürlich wächst sie in den Alpen und Karpaten, in Tschechien findet man sie nur gepflanzt, etwa im Gebirge und in Parks. Sie hat fünf Nadeln pro Büschel und Zapfen, die sich nicht öffnen. Die Samen holen Vögel und Nagetiere heraus. Ältere Literatur setzte sie mitunter fälschlich mit der Zwerg-Kiefer (Pinus pumila) gleich. Diese ist jedoch eine eigenständige strauchförmige Art aus dem Fernen Osten und Sibirien.

  • Die Schwarz-Kiefer (Pinus nigra) hat steife, dunkle Nadeln von 8–16 cm Länge. Früher wurde sie häufig an Kalkhängen und auf Abraumhalden gepflanzt. Im Böhmischen Karst (Český kras) breitet sie sich stellenweise in wertvolle Steppenstandorte aus.
  • Die Weymouth-Kiefer (Pinus strobus) stammt aus Nordamerika. Sie hat weiche fünfnadelige Büschel und lange, schmale Zapfen. In der Böhmischen Schweiz (České Švýcarsko) ist sie invasiv geworden und wird von der Nationalparkverwaltung gezielt entfernt.
  • Weitere Gartenarten sind Panzer-Kiefer (P. heldreichii), Rumelische Kiefer (P. peuce), Banks-Kiefer (P. banksiana), Gelb-Kiefer (P. ponderosa), Mädchen-Kiefer (P. parviflora) und Tränen-Kiefer (P. wallichiana).

Standort und Ökologie

Kiefern sind typische Pionierbaumarten. Sie brauchen viel Licht und vertragen Trockenheit, Frost sowie nährstoffarme, saure oder auch kalkreiche Böden. Deshalb besiedeln sie oft als Erste Sandflächen, Felsgrate, Moore und aufgelassene Steinbrüche. An solchen Standorten wird sie häufig von der Birke begleitet. Auf fruchtbareren Böden wird sie jedoch im Schatten allmählich von Buche, Fichte oder Tanne überwachsen.

Natürliche Kiefernwälder finden sich in Tschechien auf den Sandsteinen des Kokořínsko und des Böhmischen Paradieses (Český ráj), im Gebiet um Doksy, um Třeboň und auf den Sandböden Südmährens bei Hodonín. Ein großer Teil der Kiefernwälder wurde jedoch vom Menschen gepflanzt. Die Kiefer hat eine tiefe Pfahlwurzel und ist deshalb sturmfester als die Fichte.

Doch auch die Kiefer übersteht Dürre nicht ohne Folgen. Nach den Trockenjahren ab 2015 sterben Kiefernbestände großflächig ab, vor allem in Südmähren und Mittelböhmen. Geschwächte Bäume werden vom Zwölfzähnigen Kiefernborkenkäfer, von Pilzkrankheiten und von der Kiefernmistel (Viscum album subsp. austriacum) befallen. Zapfen und Samen sind wichtige Nahrung für Kreuzschnäbel, Eichhörnchen und Spechte. Zudem lebt die Kiefer in Symbiose mit Mykorrhizapilzen, etwa mit Schmierröhrlingen oder dem Kiefern-Steinpilz.

Holz und Verwendung

Kiefernholz zählt zu den Weichhölzern, ist aber härter, schwerer und harzreicher als Fichtenholz. Die Dichte liegt bei etwa 500–550 kg/m³. Es hat einen rötlichen bis bräunlichen Kern und helles Splintholz und lässt sich gut bearbeiten. Dank des Harzes ist es dauerhafter und hält imprägniert auch im Freien lange.

  • Im Bauwesen wird es für Dachstühle, Balken, Fenster, Fußböden, Terrassen und Pfähle verwendet.
  • Auch im Möbelbau und in der Tischlerei ist es gefragt, denn massive Kiefer ist wegen ihrer Maserung beliebt.
  • Aus dem Holz werden Zellstoff und Holzwerkstoffplatten hergestellt.
  • Aus dem Harz gewann man früher Terpentinöl, Kolophonium und Teer.
  • Nadeln und junge Triebe dienen zur Herstellung pflanzlicher Präparate, etwa ätherischer Öle für Inhalationen und Bäder oder Sirup aus Kiefern-„Kerzen“.
  • Essbare Samen, bekannt als Pinienkerne, liefern vor allem Pinie (P. pinea), Sibirische Zirbelkiefer (P. sibirica) und Korea-Kiefer (P. koraiensis).

Kiefern im Garten

Kiefern gehören zu den anspruchslosesten Nadelgehölzen. Bei der Standortwahl sollte man aber ihre endgültige Größe bedenken. Wald- oder Schwarz-Kiefer werden zu großen Bäumen; für kleinere Gärten eignen sich daher eher Latschen und Zwergsorten.

Standort und Boden

  • Wählen Sie volle Sonne, denn im Schatten verkahlt die Kiefer und verliert ihre unteren Äste.
  • Der Boden sollte durchlässig sein, gern sandig oder steinig. Kiefern vertragen vor allem keine Staunässe und keinen schweren Lehm. Eine Ausnahme ist die an Moore angepasste Moor-Kiefer.
  • Die Wald-Kiefer verträgt saure Böden, Schwarz-Kiefer und Latsche kommen auch mit kalkhaltigen Böden zurecht.

Pflanzung und Pflege

Am besten pflanzt man im Frühjahr oder von Ende August bis Oktober, idealerweise Containerware. Wegen ihrer Pfahlwurzel vertragen größere Kiefern das Umpflanzen schlecht. In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung muss bei Trockenheit gegossen werden, ältere Kiefern brauchen meist keine Bewässerung mehr. Gedüngt wird nur sparsam. Die kompakte Form von Latschen oder Bonsais erhalten Sie, indem Sie Ende Mai bis Anfang Juni die jungen Triebe, die sogenannten „Kerzen“, um etwa die Hälfte bis zwei Drittel einkürzen. Aus altem Holz treibt die Kiefer nicht wieder aus.

Beliebte Gartensorten sind die Latschen 'Mops', 'Gnom' und 'Pumilio', die Wald-Kiefer 'Watereri' und Zwergformen der Weymouth-Kiefer wie 'Radiata'.

Schädlinge und Krankheiten

  • Die Kiefernschütte verursacht Bräunung und Nadelfall bei Jungpflanzen. Hilfreich sind ein luftiger Standort und das Entfernen befallener Nadelstreu.
  • Die Rotbandkrankheit (Dothistroma) und das Diplodia-Triebsterben (Diplodia) befallen vor allem die Schwarz-Kiefer.
  • Der Weymouthskiefern-Blasenrost befällt fünfnadelige Kiefern und benötigt Johannisbeeren als Zwischenwirt. Pflanzen Sie Weymouth-Kiefern daher nicht in die Nähe von Schwarzen Johannisbeeren.
  • An Schädlingen treten Nonne, Blattwespen, Rüsselkäfer (Kiefernrüssler) und Borkenkäfer auf, die vor allem durch Trockenheit geschwächte Bäume befallen.

Wissenswertes und kulturelle Bedeutung

  • Der alttschechische und slawische Name der Kiefer lautet sosna. Er hat sich bis heute in vielen Ortsnamen und in der tschechischen Bezeichnung des Kiefernrüsslers (sosnokaz) erhalten.
  • Die Langlebige Kiefer in den White Mountains in Kalifornien gehört zu den ältesten lebenden Organismen der Erde. Ihr Alter wird auf über 4 800 Jahre geschätzt.
  • Die Gattung ist vor allem auf der Nordhalbkugel verbreitet. Als einzige Art überschreitet die Merkus-Kiefer (P. merkusii) auf Sumatra natürlich den Äquator.
  • In Ostasien gilt die Kiefer als Symbol für Langlebigkeit und Beständigkeit und zählt in japanischen Gärten und als Bonsai zu den wertvollsten Gehölzen.
  • Kiefernpollen besitzen zwei Luftsäcke. Dadurch trägt der Wind sie Dutzende Kilometer weit, und in Moorsedimenten helfen sie Forschern, frühere Wälder zu rekonstruieren.

Fazit

Die Kiefer ist ein robustes, lichtliebendes Nadelgehölz, das man an den Nadelbüscheln erkennt. In Tschechien heimisch sind Wald-Kiefer, Latsche und Moor-Kiefer. Zirbe, Schwarz-Kiefer und Weymouth-Kiefer wurden gepflanzt, einige breiten sich unerwünscht aus. Die Kiefer besiedelt Sand, Felsen, Moore und Gebirgskämme und liefert hochwertiges, harzreiches Holz. Im Garten ist sie anspruchslos, sofern sie genug Sonne und durchlässigen Boden hat.

Häufige Fragen

Wie viele Kiefernarten wachsen in Tschechien?

Heimisch sind drei: Wald-Kiefer, Latsche und Moor-Kiefer sowie deren Hybriden. Dazu kommen zahlreiche gepflanzte, nicht heimische Arten, am häufigsten Schwarz-Kiefer, Weymouth-Kiefer und Zirbe.

Wie unterscheide ich eine Kiefer von einer Fichte?

Die Kiefer trägt ihre Nadeln in Büscheln zu zwei bis fünf, die an der Basis von einer Scheide umhüllt sind. Die Fichte hat kurze, vierkantige Einzelnadeln. Kiefernzapfen sind zudem kürzer und haben harte, verholzte Schuppen.

Ist die Zirbe in Tschechien heimisch?

Nein. Die Zirbe wächst natürlich in den Alpen und Karpaten, in Tschechien kommt sie nur gepflanzt im Gebirge, in Parks und Gärten vor. Sie ist nicht identisch mit der Zwerg-Kiefer (Pinus pumila) aus dem Fernen Osten.

Wie lange brauchen Kiefernzapfen zum Reifen?

Bei den meisten Kiefern, auch bei der Wald-Kiefer, reift der Zapfen etwa zwei Jahre nach der Bestäubung, die Samen werden im Frühjahr des dritten Jahres frei. Manche Arten wie die Pinie brauchen drei Jahre.

Ist Kiefernholz weich?

Es zählt zu den Nadel-Weichhölzern, ist aber härter, schwerer und dank des Harzes dauerhafter als Fichtenholz. Verwendet wird es für Dachstühle, Fußböden, Fenster, Möbel und Terrassen.

Wann und wie schneidet man eine Latsche im Garten?

Ende Mai bis Anfang Juni die jungen Triebe, die sogenannten Kerzen, um etwa die Hälfte bis zwei Drittel einkürzen, bevor sich die Nadeln entfalten. Nicht ins alte Holz schneiden, denn daraus treibt die Kiefer nicht wieder aus.

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